Das ist der Weise
Er hat einen großen Hut, einen weißen Bart und ein langes Gewand mit weiten Ärmeln. Seine Hände liegen übereinander und sind größtenteils in den Ärmeln versteckt. Das Gewand ist so lang, dass du seine Füße kaum siehst, sie liegen in seinem Schatten. Und das Licht kommt von oben rechts.
RPG oder Platformer?
Das ist ein RPG-Charakter, wie du ihn aus Top-down-Spielen kennst. Wir schauen ein bisschen von oben auf ihn, also sehen wir die Oberseite seines Kopfes, oder hier: seines Huts. Einen Platformer-Charakter sieht man von der Seite, auf Augenhöhe, darum siehst du nur ganz oben ein Stück vom Kopf. Entscheide dich für die Ansicht, bevor du zeichnest.
Und hab keine Angst vor Proportionen. Sein Körper ist nur etwa zwei Köpfe hoch. Große Köpfe und übertriebene Hände oder Füße geben Pixel-Art-Charakteren Charme. Das hier ist kein Anatomiekurs, mach es einfach mit Absicht.
Schritt 1: Kontur

Fang oben am Hut mit einer kurzen Linie an und lass sie sanft nach unten laufen: keine verirrten Pixel, keine Zacken, keine Doppelpixel. Dann die breite Krempe, die Schultern, das lange Gewand bis zu den Füßen, das Gesicht und der Bart, eine kurze Linie in der Mitte des Gewands und die Arme mit ihren Aufschlägen. Beide Seiten sind spiegelgleich, also kannst du eine zeichnen und sie kopieren.
Ehrlich, die Kontur eines Charakters ist simpel: ein Kopf, ein Gesicht, zwei Arme und ein Körper. Doppelpixel, die jetzt noch drin sind, kannst du später korrigieren. Im Moment legst du nur die Fläche fest.
Schritt 2: Farben

Füll das Gewand mit dem kräftigen Orange und den Hut mit dem helleren Orange. Zeichne den Bart in Weiß und füll dann das Gesicht mit dem Hautton. Färb die Kontur um das Gesicht orange um, damit sie nicht so schwer wirkt.
Schritt 3: Schattierung

Schau, was die Schattierung hier bewirkt. Der Charakter hat plötzlich Volumen und ist auf einen Blick lesbar. Unterschätz das nie.
Auf dem Hut siehst du ein Schachbrettmuster. Das ist Dithering: Zwei benachbarte Farben wechseln sich Pixel für Pixel ab, sodass sie ineinander übergehen. Die andere Art, Farben zu mischen, ist Banding: Du setzt die Farben in Streifen nacheinander. Beides ist verbreitet, aber Dithering ist der Klassiker.
Dann überleg, was das Licht blockiert. Die langen Ärmel verdecken die Hände, also ist die Fläche darunter ein sehr tiefes Rot. Die Arme stehen vom Körper ab, darum ist die untere Hälfte des Gewands einen Tick dunkler als die obere. Nimm die Schattenfarben für die Falten und glätte die Ränder von Gesicht und Bart mit ein paar Zwischenpixeln. Zum Schluss der Schlagschatten unter dem Gewand, in Grau. Er versteckt die Füße, und genau das würde ein langes Gewand tun.
Schritt 4: Licht

Das Licht kommt von oben rechts, also bekommt die rechte Kante des Huts Weiß. Auf dem Gewand nimmst du die helleren Orangetöne, rechts ein bisschen mehr. Die Glanzlichter folgen der Form des Körpers und der Richtung der Falten, hier ein paar Pixel, da ein kleiner Zickzack.
Schritt 5: Details

Die Details an diesem Charakter sind nur ein paar Stellen Anti-Aliasing. Drei Pixel. Manchmal reicht das schon.
Jetzt du: drei weitere Charaktere

Die ersten drei sind Platformer-Versionen des Weisen, in drei Größen: Wir sehen sie von der Seite, also ist nur die Spitze des Huts zu sehen. Sie sind einfacher als der RPG-Charakter, den du gerade gezeichnet hast. Probier sie aus und ändere, was du willst, vielleicht eine andere Hutfarbe.